top of page

Wege zu mehr Gelassenheit



Stress ist heute fast allgegenwärtig. Er versteckt sich in übervollen Postfächern, To-do-Listen und Terminkalendern. Oft raubt er uns den Schlaf, lässt den Puls schon am Morgen hochschnellen und bestimmt, wie wir uns fühlen. Studien zeigen: 70 bis 90 Prozent aller Hausarztbesuche stehen in direktem Zusammenhang mit Stress. Rund ein Drittel der Menschen in Deutschland leidet dauerhaft unter extremen Stresssymptomen – mit erheblichen Folgen für Körper und Psyche. 


Doch was wäre, wenn gar nicht der Stress an sich das eigentliche Problem ist, sondern unsere Art, mit ihm umzugehen? Was wäre, wenn wir lernen könnten, uns von stressigen Gedanken zu distanzieren und den Fokus bewusst zurück ins Hier und Jetzt zu lenken? 

In ihrem Buch "Wie man unstressbar wird" zeigen Mo Gawdat und Alice Law, wie Stress entsteht, warum er so belastend werden kann – und wie du mit den drei „L“ eine neue Haltung entwickelst, die dich langfristig „unstressbarer“ macht.

 

Stress verstehen: Warum unser Körper überreagiert 


Biologisch gesehen ist Stress ein uralter Überlebensmechanismus. Wenn unser Gehirn eine Bedrohung wahrnimmt, schüttet der Körper Cortisol aus. Herzschlag und Atmung beschleunigen sich, Muskeln spannen sich an – perfekte Voraussetzungen, um schnell zu fliehen oder zu kämpfen. 

Problematisch wird dieser Mechanismus, wenn er dauerhaft aktiviert bleibt.


Heute sind es keine Raubtiere, die uns bedrohen, sondern Gedanken: Zukunftsängste, Grübeleien, Druck im Job. Unser Körper unterscheidet jedoch nicht zwischen realer Gefahr und mentalem Stress. Das Ergebnis: Cortisol bleibt hoch, die Anspannung hört nicht auf – und unser Körper zahlt den Preis. 


Chronischer Stress kann: 

  • das Immunsystem schwächen, 

  • das Risiko für Depressionen und Herzkrankheiten erhöhen, 

  • das Konzentrationsvermögen beeinträchtigen, 

  • langfristig sogar Krankheiten wie Alzheimer begünstigen. 


Stress an sich ist also normal – aber wir können lernen, besser mit ihm umzugehen.


Die drei „L“: Dein Werkzeug für mehr innere Ruhe 


Um souveräner mit stressigen Gedanken umzugehen, hilft ein einfacher Leitfaden: die drei „L“ – Limitieren, Lernen, Lauschen.


  1. Limitieren 

Mach eine Bestandsaufnahme: Was stresst dich konkret in deinem Alltag? Frage dich: Welche Verpflichtungen sind wirklich notwendig – und auf welche kannst du verzichten? Oft reicht es schon, klarere Grenzen zu setzen, öfter „Nein“ zu sagen oder Aufgaben zu delegieren.


  1. Lernen 

Stressige Situationen bieten auch Chancen: Sie zeigen dir, welche Strategien dir helfen und welche nicht. Reflektiere: Was hat mir in dieser Situation geholfen, ruhiger zu bleiben? Was war eher hinderlich? So entwickelst du nach und nach dein ganz persönliches Anti-Stress-Toolkit.


  1. Lauschen 

Richte deine Aufmerksamkeit bewusst auf deinen Körper: 

  • Wann merkst du, dass Anspannung aufkommt? 

  • Welche Signale sendet dir dein Körper? 

  • Welche Botschaft steckt vielleicht hinter diesen Empfindungen? 


Je früher du Anzeichen wahrnimmst, desto leichter kannst du gegensteuern – bevor der Stress überhandnimmt. 


Fazit: Unstressbar durch innere Klarheit 

„Unstressbar“ wirst du nicht, indem du versuchst, alle äußeren Stressfaktoren zu kontrollieren. Das führt nur zu noch mehr Druck. Stattdessen geht es darum, innere Klarheit zu entwickeln und deine Reaktionen bewusst zu steuern. 


Stress ist nicht das, was dir passiert – sondern die Art, wie du damit umgehst. Mit den drei „L“ kannst du lernen, deine Gedanken gelassener zu betrachten, deine Energie besser einzuteilen und den Fokus immer wieder auf das Hier und Jetzt zurückzubringen. 


Möchtest du lernen, gelassener mit stressigen Gedanken umzugehen? In einem Beratungsgespräch schauen wir gemeinsam, welche Strategien für dich funktionieren und wie du mehr innere Ruhe findest.

 
 
 

Kommentare


bottom of page